Wo es an den Börsen noch Chancen gibt
Juni 2026 – Viele Aktienindices haben neue historische Höchststände erklommen, andere stehen kurz davor. Doch am Börsenhimmel brauen sich – von vielen unbemerkt – dunkle Wolken zusammen:
DER BLICK AUF DIE MÄRKTE AUS SICHT EINES ANTIZYKLIKERS
Juni 2026 – Viele Aktienindices haben neue historische Höchststände erklommen, andere stehen kurz davor. Doch am Börsenhimmel brauen sich – von vielen unbemerkt – dunkle Wolken zusammen:
Anfang Mai 2026 – Wenn man sich die aktuelle Börsenlage so betrachtet, fallen einem vor allem zwei Dinge auf. Erstens haben viele Aktienindizes historische Höchststände erreicht, obwohl die wirtschaftliche Lage alles andere als berauschend ist (extrem niedriges Konsumentenvertrauen, zahlreiche militärische und politische Krisen und Irrfahrten). Nicht nur die Aktienkurse sind gestiegen, sondern auch deren Bewertung.
April 2026 – In den letzten Tagen wurden alle Asset-Klassen gnadenlos abverkauft. Aktien, Anleihen, Edelmetalle, Bitcoin – alle erlitten kräftige Verluste. Es gab keine sicheren Häfen. Ein Zeichen dafür, dass viele Anleger zum Verkauf gezwungen wurden, um den aktuellen Liquiditätsbedarf zu decken. Nur mit liquiden Mitteln konnte man diese Verluste vermeiden, da es einzig bei Währungen keine größeren Verwerfungen gab.
März 2026 – „Solange die Musik spielt, muss man aufstehen und tanzen“. Diese Aussage tätigte Chuck Prince, der damalige Citigroup-CEO im Juli 2007, kurz vor dem Ausbruch der globalen Finanzkrise, die im Herbst 2008 im Zusammenbruch von Lehman Brothers gipfelte. Er beschrieb damit die Notwendigkeit, in einem boomenden Markt trotz Risiken weiter zu investieren. Auch auf der Titanic hörte die Bordkapelle erst auf zu spielen, als das Schiff bereits sank.
Februar 2026 – Es gibt genügend Warnzeichen, die darauf hinweisen, dass es nicht unbedingt die klügste Idee ist, jetzt verstärkt in Aktien einzusteigen. Anleger waren selten so hoch in Dividendenpapieren investiert, wie aktuell und die Barreserven amerikanischer Aktienfonds haben ein Rekordtief erreicht.
Januar 2026 – Führende Banken und Vermögensverwalter erwarten für Ende 2026 durchschnittlich einen DAX-Stand von 26.000 Punkten, was einem Anstieg von knapp sieben Prozent entspricht. Ungewöhnlich daran ist diesmal, dass die Prognosen extrem dicht zusammenliegen und keiner der Befragten einen fallenden Index erwartet. Auch für den S&P500 liegen die Schätzungen eng zusammen.
Anfang Dezember 2025 – Vorweg eine kleine Anekdote. Es ist lange her, als ich das Mandat für das Management eines Aktienfonds verlor, weil sich der Initiator mit der Luxemburger Depotbank überworfen hatte. Jahre später staunte ich nicht schlecht. Der Fonds zierte die vorderen Plätze der Performance-Vergleiche. Als ich den Initiator das nächste Mal traf, gratulierte ich ihm zu meinem Nachfolger. Es gibt keinen, teilte er mir mit.
November 2025 – Unsere Politik beschäftigt sich mit elementaren Fragen: Darf das Veggie-Würstchen sich künftig noch Würstchen nennen? Und warum Plastikstrohhalme durch Papierstrohhalme ersetzt werden müssen. Doch existenzielle Probleme werden nicht adressiert.
Anfang Oktober 2025 – Es gibt viele Wege zum Börsenerfolg. Jeder sollte die Methode wählen, mit der er mental am besten zurechtkommt und diese dann auch diszipliniert verfolgen. Wir haben in den letzten 50 Jahren mit der antizyklischen 3U-Strategie gute Erfahrungen gemacht:
September 2025 – Seit Jahren raten wir von Engagements in Staatsanleihen mit langer Laufzeit ab und empfehlen stattdessen Sachwerte, insbesondere Aktien und Edelmetalle. Die staatlichen Schuldenexzesse, teilweise auch als Sondervermögen getarnt, nehmen immer krassere Formen an. Doch Anleihen gehören immer noch zu den beliebtesten Anlageklassen.