Value-Apostel

Anfang August 2020 – es ist so weit. Am 31. Juli titelte die FAZ auf ihrer ersten Seite „Deutsche Wirtschaft stürzt in tiefe Rezession“. Darauf habe ich gewartet. Denn bis die Konjunkturindikatoren erfasst, geglättet und veröffentlicht sind, so dass eine Rezession statistisch erfasst wird, ist das Schlimmste erfahrungsgemäß schon vorbei. Gleichzeitig werden in diesen Tagen die Unternehmensergebnisse für das zweite Quartal veröffentlicht, die teilweise schwere Gewinneinbrüche signalisieren.

Tesla oder BMW?

Anfang Juli 2020 – Eine meiner zentralen Erwartungen hat sich bisher nicht erfüllt. Während „Wachstumswerte“ wie Amazon oder Tesla gnadenlos weiter nach oben getrieben werden („weil solchen Unternehmen ja bekanntlich die Zukunft gehört“), werden traditionelle Industrieaktien weiter als Kellerkinder der Börse gehandelt.

Kampf der Giganten!

Mitte Juni 2020 – an den Aktienmärkten wirken derzeit gewaltige Kräfte gegeneinander. Auf der Makroebene stehen gruselige Wirtschafts- und Unternehmensnachrichten gegen gigantische Rettungspakete von Notenbanken und Regierungen. Und auf der Mikroebene kämpfen die Favoriten des letzten Jahrzehnts um ihre Vorherrschaft gegenüber einem Comeback der arg gebeutelten Value-Aktien.

Antizyklisch Zykliker kaufen!

Ende Mai 2020 – In den vielen Vorträgen, die ich im Laufe der Jahre zu Börsenthemen gehalten habe, wurde ich immer wieder gefragt, wann denn der ideale Zeitpunkt zum Einstieg in Aktien ist. Meine Antwort: Mitten in einer Rezession, wenn die Zeitungen voll sind mit schlechten Wirtschafts- und Unternehmensnachrichten, die Gewinne einbrechen, Dividenden gekürzt werden, die Anleger entsprechend negativ gestimmt sind …

Seuchen-Sozialismus

Mai 2020 – Keine Sorge, der Begriff „Seuchen-Sozialismus“ stammt nicht von mir. Dazu bin ich nicht radikal und kreativ genug. Er wurde geprägt von Eric Gujer, Chefredakteur der angesehenen NZZ (Neue Zürcher Zeitung). Er warnt damit vor einem allmächtigen Sozialstaat, der mit Unsummen schuldenfinanzierten Geldes verspricht, alles und jeden zu retten und dabei die Persönlichkeitsrechte seiner Bürger immer mehr einschränkt.

Zweite Chance

April 2020 – Die Angstindikatoren haben sich wieder einmal als sehr treffsicher erwiesen. So erreichte der VDAX am 16. März mit 86,01 Punkten einen Extremwert wie zuletzt 2008 nach der Lehman-Pleite. Ein sicheres Zeichen für Panik. Und wieder markierte der DAX just am selben Tag mit 8255 Punkten (intraday) sein bisheriges Verlaufstief. Ähnlich lief es in den USA, wo der Volatilitätsindikator VIX am 18. März mit 85,5 seinen Höchstwert erreichte …

Angst essen Seele auf

Ich hätte nie für möglich gehalten, dass die Aktienkurse wegen der Corona-Krise so schnell und so massiv einbrechen könnten. Und den meisten anderen Börsenbeobachtern dürfte es ähnlich ergangen sein. Bereits nach wenigen Wochen sind die vielen positiven Börsenprognosen für das Jahr 2020 wahrscheinlich Makulatur. Dies bestätigt wieder einmal meine These, dass kurz- und mittelfristige Vorhersagen zur Marktentwicklung mit äußerster Vorsicht zu genießen sind.

Zeit der Jäger und Sammler

März 2020 – Unterschiedlicher hätte die Kursentwicklung vieler Aktien in den letzten 10 Jahren nicht sein können. Während Wachstums- und Qualitätspapiere massiv an Wert gewannen, kamen Value-Aktien deutlich unter Druck. Auf ein gutes Beispiel am Schweizer Aktienmarkt hat die Finanz & Wirtschaft vom 15. Februar hingewiesen.

Die Letzten werden die Ersten sein!

Februar 2020 – Das letzte Jahrzehnt war an den Aktienmärkten vor allem durch zwei bemerkenswerte Entwicklungen geprägt: die weit überdurchschnittlichen Wertsteigerungen von US-Aktien gegenüber dem Rest der Welt und die enormen Kursgewinne von hoch bewerteten Wachstums- und Qualitätsaktien gegenüber niedrig bewerteten Value-Titeln. Beides versucht man eifrig rational zu begründen, doch sind diese Argumente wirklich stichhaltig?