Kommt bald die große Börsenkorrektur?

Februar 2026

„Sei ängstlich, wenn andere gierig sind, und gierig, wenn andere ängstlich sind“.

Warren Buffett

Liebe Börsenfreunde,

es gibt genügend Warnzeichen, die darauf hinweisen, dass es nicht unbedingt die klügste Idee ist, jetzt verstärkt in Aktien einzusteigen. Anleger waren selten so hoch in Dividendenpapieren investiert, wie aktuell und die Barreserven amerikanischer Aktienfonds haben ein Rekordtief erreicht. Die Sentiment-Indikatoren befinden sich am Anschlag.

Die bisherigen Favoriten aus dem Technologiebereich zeigen erste Ermüdungserscheinungen. Selbst so solide Qualitätsaktien wie Microsoft oder SAP verlieren an einem Tag mehr als 10%. Der US-Dollar als Reservewährung gerät ins Wanken. Silber verzeichnet einen beispiellosen Kurssturz, nachdem das Edelmetall viele Jahre nicht beachtet wurde, in den letzten Monaten wegen bekannt gewordener Knappheit aber verstärkt im Mainstream angekommen ist. Der Bull/Bear-Indikator der Bank of America lag bis vor wenigen Tagen im knallroten Verkaufsbereich.

Trotz dieser Warnsignale haben die Anleger in den letzten Monaten munter weiter gekauft und die Rekordsumme von 400 Mrd. $ neu in US-Aktien-ETFs gepumpt

Es ist zwar fast unmöglich, obere Wendepunkte an den Börsen zu bestimmen. Man kann einfach nicht voraussagen, wie weit eine euphorisierte Masse die Kurse nach oben treibt. So warnte der damalige US-Notenbankchef Alan Greenspan 1996 nach einem starken Kursanstieg eindringlich vor einer irrationalen Übertreibung (irrational exuberance). Trotzdem verdoppelte sich der Dow Jones in den Folgejahren nochmals bis im Frühjahr 2000 das große Börsen-Beben begann.

Der langfristige Aufwärtstrend an den Börsen bleibt intakt.

Der aktuelle Melt-up-Boom wird verursacht durch die Flucht der Anleger in Sachwerte (Aktien, Edelmetalle, Rohstoffwerte) und raus aus den Anleihen und Währungen überschuldeter Staaten. Auch der Euro ist eine Schwachwährung und profitiert lediglich von der Verlagerung aus dem Dollarbereich. Doch auch in solchen Aufwärtstrends sind scharfe Korrekturen nichts Ungewöhnliches oder gar ein Unglück. Sie sind im Gegenteil wie ein reinigendes Gewitter, das die Bewertungen wieder in normale Größenordnungen bringt (mean reversvion). Die schwachen Hände werden abgeschüttelt, wie Altmeister Kostolany zu sagen pflegte.

Wie soll man sich im derzeitigen Börsenumfeld positionieren?

  1. Investieren Sie nur Geld am Aktienmarkt, das Sie in den nächsten Jahren nicht benötigen und spekulieren Sie auf keinen Fall auf Kredit.
  2. Legen Sie Ihren Aktienanteil so fest, dass Sie auch in einer längeren Baissephase nicht panikartig verkaufen müssen.
  3. Führen Sie die Aktienquote regelmäßig wieder auf die ursprünglich angesetzte Größenordnung zurück. Es genügt, wenn dieses Rebalancing einmal im Jahr durchgeführt wird. Dies veranlasst automatisch antizyklische Käufe und Verkäufe.
  4. Erhöhen Sie Ihre Aktienquote auf keinen Fall nach einer längeren Aufwärtsbewegung, weil Ihnen das Umfeld jetzt besonders günstig erscheint. Diese Phasen sind die gefährlichsten.
  5. Vermeiden Sie Klumpenrisiken, wie sie z.B. im MSCI-Weltaktienindex vorhanden sind mit einem US-Gewicht von über 70%, davon ein Großteil in Technologiewerten mit KI-Fantasie.
  6. Achten Sie auf eine ausgewogene Streuung über verschiedene Länder, Branchen und Einzelwerte.
  7. Tauschen Sie überhitzte Werte in Value-Aktien. Die günstige Bewertung eines gesunden Unternehmens reduziert das Abwärtsrisiko. Hier gibt es weiterhin zahlreiche attraktive Gelegenheiten in Europa, Asien und den Emerging Markets.

Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Börsenerfolg und verbleibe
mit herzlichen Grüßen

Ihr
Peter E. Huber

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